Selbstgebaute Fensterdurchführung für UHF
Verfasst: 26. Sep 2024, 10:26
Hallo zusammen,
Ich hatte bisher eine kommerziell gefertigte Fensterdurchführung von Diamond (Modell MGC-50) eingesetzt, hatte aber doch erhebliche Probleme mit diesem Modell:
Diamond Antennas selbst gibt bei 400 MHz Betriebsfrequenz eine Dämpfung von 0,8 db an, welche sich durch die Verwendung von für UHF ungeeignete HF-Stecker noch weiter erhöhte. Also habe ich den Entschluss gefasst, mir selbst eine Fensterdurchführung zu bauen.
Das Konzept mit den Anschlussdosen, in denen sich die Anschlussbuchsen befinden, gefiel mir so gut, dass ich als erstes neue Gehäuse für N-Buchsen mittels FreeCAD entworfen habe. Dabei habe ich gleich darauf geachtet, angefaste N-Buchsen einzusetzen, damit diese sich nicht im Gehäuse verdrehen können. Zusätzlich verfügen diese N-Buchsen über einen Crimpanschluss und eine Dichtung am Kragen der Buchse, der das Gehäuse gegen eindringende Feuchtigkeit abdichtet.
Als Koaxialkabel kommt ein RG-316-Kabel zum Einsatz, welches deutlich bessere Dämpfungswerte bei 400 MHz aufweist, als das sehr dünne (0,8 mm?) Koaxkabel von Diamond. Das RG-316 ist mit 2,5 mm Außendurchmesser noch nicht zu dick, sodass sich dieses noch durch den geschlossenen Fensterrahmen führen lässt.
Dabei habe ich zwei Varianten entworfen:
Gerades Gehäuse (außen): Abgewinkeltes Gehäuse (innen): Dazugehörige Deckel (wird für jedes Gehäuse 1x benötigt): Diese Gehäuse können sehr kostengünstig und einfach mittels eines 3D-Druckers hergestellt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das verwendete Material wetterfest ist. Man sollte also ABS, PETG oder Nylon nehmen. Ich habe mich für schwarzes ABS-Filament entschieden.
So sehen die Gehäuse mit probeweise montierter N-Buchse aus: Danach kann es an den Zusammenbau gehen: Als erstes crimpt man das RG-316-Koaxkabel an die N-Buchse und dichtet die Crimpung mittels Schrumpfschlauch mit integriertem Kleber ab. Zusätzlich habe ich die Pressstelle an der Buchse noch mit Heißkleber abgedichtet.
Dann wird das Koaxkabel durch die Bohrung im Gehäuse geführt und die Buchse im Gehäuse verschraubt. Hierbei bietet es sich an, die Überwurfmutter (SW 19) mit einem geeigneten Schlüssel anzuziehen, aber auch an den Fasen der N-Buchse (SW 14) mit einem Maulschlüssel gegenzuhalten. So kann die Buchse fest im Gehäuse verschraubt werden, ohne das Gehäuse dabei zu sehr zu belasten.
Zum Schluss kommt noch Heißkleber von Innen an die Durchführung für das Koaxkabel, um an dieser Stelle ebenfalls für Dichtigkeit zu sorgen: Wenn alles gut abgekühlt ist, montiert man den Deckel mittels Sekundenklebers auf das Gehäuse. Hierbei auch unbedingt die komplette Fläche mit Klebstoff versehen, damit das Gehäuse wasserdicht wird!
Das zweite Gehäuse montiert man in gleicher Art und Weise.
Als mechanische Verstärkung des Koaxkabels habe ich zusätzlich etwas Schrumpfschlauch über das RG-316 gezogen, dieses aber nur an den Enden etwas angeschrumpft. Andere Materialien, wie zum Beispiel gewebeverstärkte Silikonschläuche, eignen sich hierfür auch sehr gut.
Und so sieht die fertige Fensterdurchführung aus: Da mich die Dämpfungswerte im 70cm-Band besonders interessieren, habe ich eine Messung mit dem vorher kalibrierten NanoVNA gemacht: 0,14 db Durchgangsdämpfung im 70cm-Band ist ein exzellenter Wert!! Dazumal das dickere Kabel auch deutlich mehr Sendeleistung aushält (bis zu 200 W im 70cm Band).
Und so sieht das ganze dann montiert am Fenster aus: Ich denke, dass sich der Aufwand gelohnt hat und die Fensterdurchführung nun zuverlässig und wasserdicht ist!
Wer an einem Nachbau interessiert ist, der kann mich gern nach den STL-Dateien der Gehäuse fragen.
vy 73!
Sven
Ich hatte bisher eine kommerziell gefertigte Fensterdurchführung von Diamond (Modell MGC-50) eingesetzt, hatte aber doch erhebliche Probleme mit diesem Modell:
- Nur mit SO-239-Buchsen verfügbar
- Die SO-239-Buchsen waren nicht korrekt befestigt und drehten sich mit
- Die Gewindesteigung der Buchsen war vermutlich nicht korrekt gefertig
Diamond Antennas selbst gibt bei 400 MHz Betriebsfrequenz eine Dämpfung von 0,8 db an, welche sich durch die Verwendung von für UHF ungeeignete HF-Stecker noch weiter erhöhte. Also habe ich den Entschluss gefasst, mir selbst eine Fensterdurchführung zu bauen.
Das Konzept mit den Anschlussdosen, in denen sich die Anschlussbuchsen befinden, gefiel mir so gut, dass ich als erstes neue Gehäuse für N-Buchsen mittels FreeCAD entworfen habe. Dabei habe ich gleich darauf geachtet, angefaste N-Buchsen einzusetzen, damit diese sich nicht im Gehäuse verdrehen können. Zusätzlich verfügen diese N-Buchsen über einen Crimpanschluss und eine Dichtung am Kragen der Buchse, der das Gehäuse gegen eindringende Feuchtigkeit abdichtet.
Als Koaxialkabel kommt ein RG-316-Kabel zum Einsatz, welches deutlich bessere Dämpfungswerte bei 400 MHz aufweist, als das sehr dünne (0,8 mm?) Koaxkabel von Diamond. Das RG-316 ist mit 2,5 mm Außendurchmesser noch nicht zu dick, sodass sich dieses noch durch den geschlossenen Fensterrahmen führen lässt.
Dabei habe ich zwei Varianten entworfen:
- Gerade Ausführung
- Abgewinkelte Ausführung
Gerades Gehäuse (außen): Abgewinkeltes Gehäuse (innen): Dazugehörige Deckel (wird für jedes Gehäuse 1x benötigt): Diese Gehäuse können sehr kostengünstig und einfach mittels eines 3D-Druckers hergestellt werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass das verwendete Material wetterfest ist. Man sollte also ABS, PETG oder Nylon nehmen. Ich habe mich für schwarzes ABS-Filament entschieden.
So sehen die Gehäuse mit probeweise montierter N-Buchse aus: Danach kann es an den Zusammenbau gehen: Als erstes crimpt man das RG-316-Koaxkabel an die N-Buchse und dichtet die Crimpung mittels Schrumpfschlauch mit integriertem Kleber ab. Zusätzlich habe ich die Pressstelle an der Buchse noch mit Heißkleber abgedichtet.
Dann wird das Koaxkabel durch die Bohrung im Gehäuse geführt und die Buchse im Gehäuse verschraubt. Hierbei bietet es sich an, die Überwurfmutter (SW 19) mit einem geeigneten Schlüssel anzuziehen, aber auch an den Fasen der N-Buchse (SW 14) mit einem Maulschlüssel gegenzuhalten. So kann die Buchse fest im Gehäuse verschraubt werden, ohne das Gehäuse dabei zu sehr zu belasten.
Zum Schluss kommt noch Heißkleber von Innen an die Durchführung für das Koaxkabel, um an dieser Stelle ebenfalls für Dichtigkeit zu sorgen: Wenn alles gut abgekühlt ist, montiert man den Deckel mittels Sekundenklebers auf das Gehäuse. Hierbei auch unbedingt die komplette Fläche mit Klebstoff versehen, damit das Gehäuse wasserdicht wird!
Das zweite Gehäuse montiert man in gleicher Art und Weise.
Als mechanische Verstärkung des Koaxkabels habe ich zusätzlich etwas Schrumpfschlauch über das RG-316 gezogen, dieses aber nur an den Enden etwas angeschrumpft. Andere Materialien, wie zum Beispiel gewebeverstärkte Silikonschläuche, eignen sich hierfür auch sehr gut.
Und so sieht die fertige Fensterdurchführung aus: Da mich die Dämpfungswerte im 70cm-Band besonders interessieren, habe ich eine Messung mit dem vorher kalibrierten NanoVNA gemacht: 0,14 db Durchgangsdämpfung im 70cm-Band ist ein exzellenter Wert!! Dazumal das dickere Kabel auch deutlich mehr Sendeleistung aushält (bis zu 200 W im 70cm Band).
Und so sieht das ganze dann montiert am Fenster aus: Ich denke, dass sich der Aufwand gelohnt hat und die Fensterdurchführung nun zuverlässig und wasserdicht ist!
Wer an einem Nachbau interessiert ist, der kann mich gern nach den STL-Dateien der Gehäuse fragen.
vy 73!
Sven